Schimmel am Balg

Die Ursache für Schimmel & Schädlinge: Luftfeuchtigkeit

Die Feuchte in der Luft hängt von der Temperatur und von dem bei dieser Temperatur maximal aufnehmbaren Wasserdampf ab. Dadurch ergibt sich eine rel. Luftfeuchtigkeit, welche die üblichen Hygrometer anzeigen. Also ist es wichtig immer beide Werte zu vergleichen, um eine genau Aussage über das Klima treffen zu können. Warme Luft kann mehr Wasser aufnehmen als kalte. Trifft nun eine warme Luft mit vermeintlich niedrigeren Luftfeuchte auf eine Kalte mit hoher Feuchte, kann es trotzdem zu einer höheren Feuchtigkeit kommen. Vergleichen Sie daher immer die absoluten Werte des Innen- und Außenklimas. Dokumentieren Sie regelmäßig das Klima in der Kirche und an der Orgel. So lassen sich die Veränderungen am besten nachvollziehen und der Schimmelbefall von Grund auf vermindert werden. Erst seit einigen Jahrzehnten gibt es die Probleme mit der Feuchtigkeit im deutschen Raum, weshalb die Forschungen dazu noch in den Kinderschuhen stecken. Bedingt durch "zu gut" isolierte Fenster, falsches Heizen und Lüften, sowie auch durch den Klimawandel treten diese Probleme immer häufiger auf. Dennoch gibt es effektive Lösungsansätze.

Wir beraten Sie gerne zum Thema Schimmel und Kirchenklima.

Holzwurmbefall und Schimmel in der Orgel

Das Problem: Schädlinge & Schimmel in der Orgel

Wie bereits angesprochen sind die klimatischen Bedingungen für den meisten Befall verantwortlich.

SCHIMMEL bildet sich bei einer rel. Feuchtigkeit über 65%. Dazu brauchen die Sporen auch einen Nährstoff, das können z.B. Staub und Schmutz, bestimmte Leime und Lacke oder Oberflächenbehandlungen sein. Es wurde auch ein Zusammenhang mit älteren Holzwurmmitteln festgestellt. Vor allem entsteht der Schimmel bei anhaltender, stehenden Feuchtigkeit mit Kondensationströpfchen an den Orgelteilen. Trockenheit, UV-Strahlen und regelmäßiger Luftaustausch wirken hemmend auf den Befall. Die Schimmelsporen müssen gründlich mit Spezialstaubsauger entfernt und mit effektiven Mitteln bekämpft werden. Wir verwenden dazu momentan einen Schimmelentferner von Jati Schimmelentferner.

HOLZSCHÄDLINGE, vor allem der bekannte Holzwurm (anobium punctatum), fühlen sich in einem Holz wohl, das eine Feuchtigkeit von über 12% aufweist. Diese hohe Holzfeuchte wird wieder von der Luftfeuchtigkeit bedingt. Ebenfalls bevorzugen die kleinen Larven, die bis zu acht Jahre im Holz verbleiben können, bestimmte Holzarten, wie z.B. Linde, Fichte, Kiefer, allg. das Splintholz und mit bestimmten Oberflächen behandelte Holzteile. Sogar Leder wird vom Holzwurm verspeist.

BLEIKORROSION entsteht neben Schimmel ebenfalls durch langanhaltende, kalte Feuchtigkeit. Eine in Zyklen ablaufende chemische Reaktion entsteht durch das Mitwirken von Essig- oder Gerbsäure, z.B. im Eichenholz, falsch gegerbten Leder oder üblichen Weißleim. Durch diese Reaktion oxidiert das Blei und es entsteht Bleizucker z.B. auf den Pulpeten oder an Pfeifenfüßen.

Wir bieten Ihnen passende und effektive Lösungsvorschläge an.

Schimmel an der Kernspalte

Die Lösung gegen den Schimmel: Richtig Lüften

Grundsätzlich sollte die rel. Luftfeuchte in einem Kirchenraum nicht über 65% steigen. Es sollte immer eine Querlüftung von gegenüber oder diagonal liegenden Fenstern stattfinden. So können sich die Luftmassen am besten und am schnellsten austauschen.
Lüften Sie im Sommer nur sehr früh am Morgen und am späten Abend, wenn die Temperaturen niedriger sind. Ggf. können auch über Nacht Fenster geöffnet werden. Bei den hohen Temperaturen tagsüber lassen Sie die Fenster geschlossen. An schwülheißen Tagen mit hoher rel. Luftfeuchte sollten sie ebenfalls zu bleiben.
Im Herbst sollten Sie nach dem Gottesdienst lüften, denn die Kirchenbesucher bringen gerade an regnerischen Tagen viel Feuchtigkeit hinein. An regnerischen Tagen sollten Sie die Fenster geschlossen halten.
Im Winter sollte darauf geachtet werden, dass der Kirchenraum nur sehr langsam (0,5°C/h) aufgeheizt wird. So können sich die Orgelteile und die Pfeifenstimmung leichter an die veränderten Klimaverhältnisse anpassen. Im Idealfall sollte über den ganzen Winter eine niedrige Grundtemperatur (8-10°C) gewählt werden. Nach dem Gottesdienst muss eine Stoßlüftung erfolgen, damit durch die Kleidung und den Schweiß der Menschen hineingebrachte Feuchte wieder abgegeben werden kann. Durch extremes und schnelles Aufheizen können des Weiteren Spannungen im Holz der Orgelteile entstehen, was zu Undichtigkeiten, Risse und Windverschleiß führen kann. Behalten Sie deshalb Ihr Hygrometer im Blick. Die rel. Luftfeuchte sollte nicht unter 45% fallen.
In den Monaten des Frühlings ist besondere Vorsicht geboten. Auch wenn mittlerweile die ersten Sonnenstrahlen die Luft draußen wärmen, ist es dennoch in den Kirchenräumen noch recht kalt. Daher sollten Sie bei einem hohen Temperaturunterschied die Fenster geschlossen halten. Denn durch das Auftreffen der warmen Luft, die ja mehr Wasser aufnehmen kann als Kalte, entstehen an den noch kalten Oberflächen Kondensationströpfchen, wie wir es von einer gekühlten Wasserflasche im Sommer kennen. Lassen Sie stattdessen die Heizung lieber zwei Wochen länger laufen.

Sie erhalten bei uns auch einen ausführlichen Bericht über die Auswirklungen der Feuchtigkeit und detaillierte Lösungsmöglichkeiten, sowie passende Hygrometer zur Messung und Dokumentation. Sprechen Sie uns an.

Pfaffengitter schaffen bessere Durchlüftung

Verbesserung der Luftzirkulation in Orgeln

Um für die Orgel eine nachhaltige Verbesserung der Klimaverhältnisse zu schaffen und dem Schimmelwachstum Einhalt zu gebieten, muss neben dem fachmännischen Entfernen des Schimmelbefalls das Problem an der Wurzel gepackt werden. Und das ist meistens ein falsches Lüftungsverhalten. Mit einer regelmäßigen und richtigen Querlüftung kann bereits eine deutliche Verbesserung erzielt werden.
Da das Untergehäuse der meisten Instrumente mit Füllungen, Türen oder komplett geschlossen ist, besteht dort ein größeres Risiko eines Schimmelbefalls, da dort so gut wie keine Luftzirkulation stattfindet. Um für eine entsprechende Durchlüftung zu sorgen, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Grundsätzlich können die Füllungen und Türen der meisten Orgeln geöffnet werden. So kann am schnellsten und effektivsten eine Verbesserung herbeigeführt werden. Auf Dauer sollten jedoch andere Maßnahmen umgesetzt werden, um das Instrument vor Staub, Schmutz und unbefugtem Zutritt zu schützen.
  • Eine weitere effektive Methode ist das Einfräsen von Lüftungsschlitzen oder das Austauschen der Füllungen mit passender Vergitterung. Diese können für den Staubschutz mit farblich passendenden Tüchern hinterlegt werden.
  • Bei historischen Orgeln sollte die Substanz auf jeden Fall gewahrt werden. Dort können herausnehmbare Füllungen mit speziellen Halterungen etwas von der Orgel abgerückt werden.
Schimmel an Holzleisten

Schimmelentfernung in der Orgel

Bevor eine Schimmelbehandlung sinnvoll ist, müssen erst die genauen Umstände ermittelt werden, warum der Schimmel entstanden ist. Das Problem muss an der Wurzel gepackt und anhand dessen entfernt werden. Eine Behandlung sollte nur von einer Fachfirma mit entsprechender Schutzkleidung behandelt werden.
Im Rahmen unserer Stimm- & Pflegeverträge wird der Schimmel im Sichtbereich ebenfalls bekämpft und dokumentiert.

  • Dokumentation des Schimmelbefalls
  • Absaugen der befallenen Teile mit speziellem Filterstaubsauger
  • Behandeln mit Schimmelentferner (Jati Schimmelentferner)
  • Einwirken lassen
  • Nachwischen der behandelten Orgelteile
Bleikorrosion an Zungenpfeifen

Bleikorrosion

Es lässt sich nicht nur ein Zusammenhang mit gerbsäurehaltigen Hölzern oder sauren Leimen feststellen. Ebenso scheint unreine Luft in der Kirche bereits eine Ursache zu sein.

  • Ausbau der korrodierten Pfeifen und Teile
  • Ggf. Austausch mit Edelstahlteilen (z.B. bei Pulpeten)
  • Einlegen der Pfeifen in Zitronensäure, so lösen sich die korrodierten Stellen
  • Mechanisches Entfernen mit Bürsten und Schleifmitteln
  • Neutralisieren und Abwaschen mit PH-neutraler Seifenlauge
  • Gründliche Trocknung
  • Konservieren der Orgelteile mit z.B. Leinöl
Reinigung und Entfernen des Schimmels

Schimmelentfernungen

Huisheim St. Vitus (Schimmelentfernung, Lüftungsschlitze)

Ehekirchen St. Stephan (Schimmelentfernung, Lüftungsgitter)

Neuburg St. Peter (Schimmelentfernung, Holzwurmbehandlung, Einbau von Lüftungsgitter)

Neusäß St. Ägidius (Schimmelentfernung)

Neusäß Thomas Morus (Schimmelentfernung)

Hirschbach St. Peter (Austausch korrodierter Pulpeten)

und weitere Instrumente

Mottenbefall an Membranen

Von Motten zerfressene Membranen

Schimmelbefall an alten Holzpfeifen

Schimmelbefall an historischen Holzpfeifen

Bleikorrosion Register Quinte

Beginnende Bleikorrosion an einer kleinen Pfeife. Durch den Bleizucker, der sich auf das Pfeifenmaterial setzt, bekommen kleine Pfeifen oft nicht mehr ausreichend Wind.

Bleikorrosion Bleipfeifen Rohrflöte

Durch die Gerbsäure des Eichenholzes entstandene Korrosion an hochprozentigen Bleipfeifen. Ein Ausbrennen der Rasterlöcher, sowie mechanisches und chemisches Entfernen der Korrosionsstellen ist erforderlich.

Pfaffengitter schaffen bessere Durchlüftung

Gitter sorgen für eine effiziente Durchlüftung im Untergehäuse